Ich bin nicht-binär – aber ich wusste es nicht, bis ich allein reiste

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Anina Krüger

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Ich bin nicht-binär – aber ich wusste es nicht, bis ich allein reiste

Im April 2018 lud mich meine Schulfreundin zu ihrer Hochzeit in Deutschland ein und ich beschloss nicht nur, daran teilzunehmen, sondern auch drei Wochen lang durch Europa zu reisen. Ich überlegte zunächst, ob ich andere Leute einladen sollte, entschied mich dann aber, allein zu gehen.

Es war das erste Mal, dass ich alleine reiste, und ich war nervös, aufgeregt und voller Hoffnung. Und ich hatte Recht, mich so zu fühlen.

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Die Reise hat mein Leben verändert.

Damals sah ich mich immer noch als Frau – obwohl sich diese Definition schon damals nicht ganz richtig anfühlte – und ich war frustriert von der ständigen Diskussion darüber, wo, wann und wie Frauen reisen sollten. “Reise in Gruppen, nur in gut beleuchteten Gebieten, texte mir, wenn du sicher nach Hause kommst…”

Natürlich verstand ich den Sinn dieser Ratschläge nur zu gut, aber ich sträubte mich auch dagegen. Ich wollte Abenteuer, Intrigen und Geheimnisse und machte mich auf den Weg, um sie zu bekommen. Und das habe ich getan.

Ich habe Schwäne in Stockholm gesehen. Ich weinte an der Berliner Mauer. Ich aß mein Gewicht in Bratwürsten und trank allein in einem Biergarten. Ich ging auf eine ausgiebige und überkoffeinierte Tour durch die Berliner Cafés der dritten Welle und verirrte mich hoffnungslos in der süddeutschen Landschaft.

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Es war alles, was ich mir erhofft hatte und einige Dinge, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie brauche. Was ich am meisten liebte, war die Anonymität.

Niemand wusste, wer ich war, was ich war oder irgendetwas über mich. Ohne die Einschränkungen durch externe Definitionen entdeckte ich, dass ich die Macht hatte, mich selbst zu definieren.

Indem ich die Dinge tat, die “Frauen” nicht tun sollten, und sie liebte, erkannte ich etwas, das bis dahin unter der Oberfläche brodelte: Ich bin nicht-binär.

Es ging nicht nur darum, dass ich eine subversive Frau war, sondern auch darum, dass ich überhaupt keine Frau war. Oder besser gesagt, ich enthielt sowohl das Männliche als auch das Weibliche in mir.

Kennst du den Mythos von Aristophanes über den Ursprung der Liebe? Die Geschichte geht davon aus, dass, bevor die Zeit begann, die Menschen anders aussahen.

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Du bist nicht allein. Fast 3 Millionen Menschen haben bereits eine professionelle Online-Therapie in Anspruch genommen.
Sie bestanden aus zwei Menschen in einem – zwei Köpfe, vier Arme, vier Beine. Diese Menschen waren so stark, dass die Götter Angst bekamen und Zeus sie in zwei Teile spaltete. (Es gibt ein fantastisches Lied in Hedwig and the Angry Inch, wenn du die ganze Geschichte hören willst.)

Als ich allein durch Europa reiste, fühlte ich mich schließlich in der Lage, dieses Lied zu verstehen – nicht nur als Aussage über getrennte Menschen, sondern als Reflexion über die Ganzheit, die in mir existiert.

In der Nacht der Hochzeit meines Freundes machte ich mich allein auf den langen Weg zurück zu meinem Airbnb. Ich hatte keinen Telefonempfang, war beschwipst vom Empfang, es war dunkel und ich lief über eine Stunde.

Ich hatte schreckliche Angst … und fühlte mich so frei wie noch nie. Mir wurde klar, dass mein Körper mein eigener war. Er existierte außerhalb der Erwartungen anderer Menschen.

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Den Rest der Reise verbrachte ich in einer Art Euphorie. Ich ging weiter durch Amsterdam und London und erlaubte mir letztlich, meine eigene Zukunft zu schreiben.

Ich sah mich nicht mehr gespalten zwischen dem, was ich war, und dem, wie ich mich zu präsentieren hatte. Ich konnte einfach als mein ganzes Ich existieren.
Es hat immer noch ein paar Monate gedauert, bis ich mich anderen Menschen gegenüber geoutet habe, aber diese Reise war der Wendepunkt. Ich konnte mich nur in einem Raum neu definieren, in dem ich frei war – in einem Raum, in dem ich niemanden kannte und niemand mich kannte.

Ich habe die Grenzen dessen, was ich dachte, tun zu können und was ich dachte, tun zu müssen, in einen Raum verschoben, in dem ich einfach sein konnte.

Als ich im Mai nach Hause kam, umarmte ich meine Katze, die sich schnell aus meinen Armen winden und unter der Couch verschwinden wollte. Alles war wie immer und doch hatte sich alles für immer verändert.

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Autor

  • Anina Krüger

    Anina Krüger ist eine junge Autorin, die sich auf Dating, Beziehungen, Liebe und das Leben im Allgemeinen konzentriert. Sie schreibt über Dinge, die sie erlebt hat, Dinge, die sie interessant findet, und Dinge, die wichtig sind. Ihre Geschichten verbinden sie mit Menschen die ähnliches durchgehen oder durchlebt haben. Sie schafft es in die Herzen der leser, sowohl als eine Art Life- Coach, als auch als Freund und jemand der weiss was Menschen durchmachen.

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